4 Jahreszeiten Gedichte 4 mevsim siirleri

Hazangülü

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#1
4 Jahreszeiten Gedichte 4 mevsim siirleri


Frühlings gedichte ilkbahar siiri


Frühlingsträume

Weit zieht der Winter sich zurück,
es grünen Busch und Bäume.
Das Lied der Nachtigall heißt Glück
im Glanz der Frühlingsträume.

Natur uns schon erahnen lässt
was wir bald nicht mehr missen
und weisend auf das Osterfest
blüh´n leuchtendgelb Narzissen.




Unnennbare Tage


Hier lieg' ich auf dem Frühlingshügel,
die Wolke wird mein Flügel,
ein Vogel fliegt mir voraus.
Ach, sag' mir, alleinzige Liebe,
wo du bleibst, dass ich bei dir bliebe!
Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.

Die Wolke seh ich wandeln und den Fluss,
es dringt der Sonne goldner Kuss
mit tief bis ins Geblüt hinein;
die Augen, wunderbar berauschet,
tun, als schliefen sie ein,
nur noch das Ohr der Biene lauschet.

Ich denke dies und denke das,
ich sehne mich und weiß nicht recht, nach was.
Halb ist es Lust, halb ist es Klage;
mein Herz, o sage,
was webst du für Erinnerung
in golden grüner Zweige Dämmerung?
Alte, unnennbare Tage!

(Eduard Mörike)


Februar - März

Februar, vereinzelt weiße Flecken
liegen einsam auf Weg und Land.
Der Schnee des Winters Weggenossen;
zögernd, verlässt er Feld und Land.

Dunkel, grau die weiten Straßen
nur so kurz der Sonne helles Licht,
es ist als wollt die Seele blicken
in ihr eigen, müdes Angesicht.

Doch dann schwebt die wilde Taube
auf den Ästen, leicht und wunderbar;
Maiglöckchen, so duftend, sie verkündet -
Frühling, so ersehnet, bald wird er wahr!

Und ihr Lieben, in euren Herzen,
wohnet Leid, doch auch das Glück;
habt Hoffnung, nur nicht verzagen,
Mut und Liebe - alles kehrt zurück!


(Reinhard Blohm - Brettin 2005)
 

Hazangülü

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#2
Nur die Geranien sehen rot

Weißer Tag und weiße Sonne;
nur die Geranien sehen rot.
Ein Salamander schmort auf seinem Lieblingsstein
und betet stumm die Mauer an.
Gebremst in ihrer Akrobatik
döst eine Katze auf der Treppe
in würdeloser Langeweile.

Ich gähne meine Trägheit in den Himmel
lasse der Ameise auf nacktem Fuß ihren Lauf.
Durch halbgeschlossene Lider
mogelt sich ein Blinzeln,
dann setzt der Blick den Punkt
im Wipfel des Kastanienbaums.
Von Schatten unbelastete Gedanken
tasten sich zur Seele hin -
die hat sich längst schon freigestrampelt,
baumelt lässig im Geäst.

Den Probelauf auf meinen Schultern
übt bereits ein kühler Wind.
Bald tragen Gärten schwarze Masken
und Fächer aus Lavendelduft.

Im Hintergrund glühn die Geranien
die letzten Sonnenreste aus,
und in ihrem roten Feuer
erwarte ich die Hand,
die mir das Mondlicht auf der Stirn verreibt,
wenn aus Oleanderzweigen
Madonlinenklänge tropfen.

(Heide Kunz-Traubert)



Sommerbild

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könnte, rot
Da sprach ich schaudernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah dem Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
bewegte, sie empfand es und verging.

(Christian Friedrich Hebbel)
 

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#3
Gedichte zum Herbst sonbahar siiri

Im Herbst

Wehmütig den Blick zurück,
Vater Herbst er will nicht warten.
Taumelnd Blätter: Kupferstück,
raschelnd auf Weg und Garten.

Das Haus gebaut, den Vater verloren-
schnell vergangen ist die Zeit.
Nachbars Mädel hat ein Kind geboren,
ein rastlos Pendel: Glück und Leid.

Schwankend Wipfel seufzen, klagen,
ach\' im See das Spiegelbild.
Sehnsucht nach vergangenen Tagen,
badend Kinder – laut und wild.

Neue Früchte werden reifen,
verträumt der Angler: Hand am Kinn.
Gegenübers Hand ergreifen -
verborgen oft der Sinn!

(Reinhard Blohm – Brettin 2002)

Herbsttag

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten reif zu sein
gib Ihnen noch zwei südlichere Tage
dräng sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr
wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird lesen, wachen, lange Briefe schreiben
und wird auf den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926)
 

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#4
Der Mann von Schnee

Schneemann dort am Gartenzaune
Hat gar eine üble Laune.
Steht er da voll Trutz und Groll,
Weiß nicht, was er reden soll.
Und die Sonne blinkt und blitzt,
Daß er wie ein Kranker schwitzt.
Weil der Himmel ist so blau,
Ärgert er sich braun und grau;
Weil die Wiesen werden grün,
Ärgert er sich schmal und dünn.

Schneemann ist in großer Not,
Denn es winkt ihm schon der Tod.
Noch ein Schnapper, noch ein Schnauf
Und er steht nicht wieder auf.
Kommen dann die schwarzen Raben,
Seine Leiche zu begraben.
Und Schneeglöcklein will vor Freuden,
Ihm die Sterbeglocke läuten.
Und die Lerch' vor allen Dingen
Ihm ein Schlummerliedchen singen.

Aber wo ist er zu finden?
Vornen nicht, und auch nicht hinten.
Freilich, weil ihm ganz zerbrochen
An der Sonne seine Knochen,
Weil zu Wasser er zerronnen
An dem Glanz der goldnen Sonnen.
Kommt der Storch dazu geflogen,
Und die Schwalbe hergezogen,
Fragen nach dem toten Mann,
Niemand von ihm sagen kann.

Wälzt der Storch mit seinem Bein
An den Zaun hin einen Stein;
Und die Schwalbe mit dem Schnabel
Schreibt darauf die ganze Fabel:
Hier liegt Einer, der im Leben,
Weiter keinen Taug gegeben;
Der sich faul und sehr verstockt,
Lebenslang daher gehockt;
Und damit er doch nicht länger
Bleiben soll ein Müßiggänger,
Und ein Griesgram und ein Hasser,
Schmolz der Frühling ihn zu Wasser;
Und damit will er begießen
All' die Blumen auf den Wiesen,
Dass sie weiß und gelb und grün
Euch zur Lust und Freude blüh'n.

(Friedrich Wilhelm Güll)


Gedämpft durch Schnee

Gedämpft durch Schnee sein schwerer Schritt -
so zieht der Winter ein ins Land.
Den Frost bringt als Gesell´ er mit -
regiert wird nun mit kalter Hand.

Die Schneelast senkt so manchen Ast
nach luftig leichtem Flockentanz.
Der Raureif ist des Winters Gast -
die Sonne leiht ihm kühlen Glanz.

Doch Dunkelheit - sie überwiegt
und eisig weht der Wind uns an.
Die Erde still im Schlummer liegt
bis wieder Neues werden kann.

(©Anita Menger 2009)
 

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