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König Drosselbart

Konusu 'Pratik Almanca - Praxis Deutsch' forumundadır ve dderya tarafından 31 Ocak 2016 başlatılmıştır.

  1. dderya
    Ayyaş

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    König Drosselbart
    Autor: Gebrüder Grimm
    Es war einmal ein König, der hatte eine Tochter. Diese war über alle Maßen schön, aber auch so stolz und übermütig, dass ihr kein Freier gut genug war. Einen nach dem anderen wies sie ab und trieb noch dazu Spott mit ihnen.

    Ein Mann für die Prinzessin
    Einmal lud der König zu einem großes Fest und bat dazu alle heiratslustigen Männer aus der Nähe und Ferne herbei. Sie wurden alle in eine Reihe nach Rang und Stand geordnet. Zuerst kamen die Könige, dann die Herzöge und die Fürsten gefolgt von Grafen und Freiherrn. Zuletzt kamen die Edelleute.

    Die Königstochter wurde durch die Reihen geführt, aber sie hatte an jedem etwas auszusetzen. Der eine war ihr zu dick,



    "Das Weinfaß!"


    sprach sie. Der andere zu lang,



    "Lang und hat keinen Gang."


    Der dritte zu kurz,



    "kurz und dick hat kein Geschick."


    Der vierte zu blaß,



    "der bleiche Tod!"


    der fünfte zu rot,



    "der Hahn!"


    der sechste war nicht gerad genug,



    "Grünes Holz, hinterm Ofen getrocknet!"


    und so hatte sie an jeden etwas auszusetzen. Besonders aber machte sie sich über einen guten König lustig, der ganz oben stand und dem das Kinn ein wenig krumm gewachsen war.



    "Ei,"


    rief sie und lachte,



    "der hat ein Kinn, wie die Drossel einen Schnabel"


    und seit der Zeit bekam er den Namen König Drosselbart.

    Der Zorn des Königs
    Der alte König aber, als er sah, dass seine Tochter nichts tat, als die Leute zu verspotten und alle Freier, die da versammelt waren, verschmähte, wurde sehr zornig. Er schwor, dass sie den ersten Bettler zum Manne nehmen sollte, der vor seine Türe käme.

    Ein paar Tage darauf fing ein Spielmann an, unter dem Fenster zu singen, um sich damit ein geringes Almosen zu verdienen. Als es der König hörte, befahl er:



    "Laßt ihn herauf kommen!"


    Da trat der Spielmann in seinen schmutzigen, verlumpten Kleidern herein und sang vor dem König und seiner Tochter. Anschließend, als er fertig war, bat er um eine milde Gabe.

    Der König sprach:



    "Dein Gesang hat mir so wohl gefallen, dass ich dir meine Tochter zur Frau geben will."


    Die Königstochter erschrak, aber der König sagte:



    "Ich habe den Eid getan, dich dem ersten Bettelmann zu geben und diesen Eid will ich auch halten!"


    Ein tiefer Fall
    Es half kein Reden - Der Pfarrer wurde geholt und sie mußte sich gleich mit dem Spielmann vermählen lassen. Als das geschehen war, sprach der König,



    "Nun schickt sich es nicht, dass du als ein Bettelweib noch länger in meinem Schloß bleibst. Du kannst nur mit deinem Manne fortziehen."


    Der Bettelmann führte sie an der Hand hinaus und sie mußte mit ihm zu Fuß fort gehen.

    Als sie in einen großen Wald kamen, fragte sie:



    "Ach, wem gehört der schöne Wald hier?"
    "Der gehört dem König Drosselbart. Hättst du ihn genommen, so wär er dein."
    "Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!"


    Darauf kamen sie über eine Wiese, da fragte sie wieder



    "Wem gehört die schöne grüne Wiese hier?"
    "Sie gehört dem König Drosselbart. Hättst du ihn genommen, so wär sie dein."
    "Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!"


    Dann kamen sie durch eine große Stadt, da fragte sie wieder:



    "Wem gehört diese schöne große Stadt hier?"
    "Sie gehört dem König Drosselbart. Hättst du ihnn genommen, so wär sie dein."
    "Ich arme Jungfer zart, ach, hätt ich genommen den König Drosselbart!"




    "Es gefällt mir gar nicht,"


    sprach der Spielmann,



    "dass du dir immer einen anderen zum Mann wünsch st. Bin ich dir nicht gut genug?"


    Ein neues Heim
    Endlich kamen sie an ein ganz kleines Häuschen. Da sprach sie:



    "Ach, Gott, was ist das Haus so klein! Wem mag das elende, winzige Häuschen sein?"


    Der Spielmann antwortete:



    "Das ist mein und nun auch dein Haus. Hier werden wir zusammen wohnen."


    Sie mußte sich bücken, damit sie zu der niedrigen Tür hinein kam.



    "Wo sind die Diener?"


    fragte die Königstochter.



    "Was für Diener?"


    antwortete der Bettelmann.



    "Du mußt selbst tun, was du willst getan haben. Mach nur gleich Feuer an und stell Wasser auf, dass du mir mein Essen kochst. Ich bin ganz müde."


    Die Königstochter verstand aber nichts vom Feuerachen und Kochen, so dass der Bettelmann selber mit Hand anlegen mußte. Als sie die schmale Kost verzehrt hatten, legten sie sich schlafen. Am nächsten Morgen trieb er sie aber schon ganz früh hoch, da sie das Haus besorgen sollte.

    Eine neue Arbeit
    Ein paar Tage lebten sie auf diese Art schlecht und recht, und zehrten ihren Vorrat auf. Da sprach der Mann:



    "Frau, so geht es nicht länger. Wir können nicht länger essen und nichts verdienen. Du sollst Körbe flechten."


    Er ging aus, schnitt Weiden, und brachte sie heim: da fing sie an zu flechten, aber die harten Weiden stachen ihr die zarten Hände wund.



    "Ich sehe das geht nicht."


    sprach der Mann,



    "Spinn lieber, vielleicht kannst du das besser."


    Sie setzte sich hin, und versuchte zu spinnen, aber der harte Faden schnitt ihr bald in die weichen Finger, dass das Blut daran herunter lief.



    "Siehst du,"


    sprach der Mann,



    "du nutzt zu keiner Arbeit. Mit dir bin ich schlimm angekommen. Nun will ich es versuchen und einen Handel mit Töpfen und Geschirr anfangen. Du sollst dich auf den Markt setzen und die Ware feil halten."
    "Ach,"


    dachte sie,



    "wenn auf den Markt Leute aus dem Reich meines Vaters kommen und mich da sitzen und feil halten sehen, werden sie mich verspotten!"


    Aber es half nichts, wenn sie nicht Hungers sterben wollten, mußte sie sich fügen. Zuerst ging es gut, denn die Leute kauften der Frau, weil sie schön war, gern ihre Ware ab und bezahlten was sie forderte. Ja, viele gaben ihr das Geld und ließen ihr die Töpfe noch dazu.

    Vom Pech verfolgt
    Nun lebten sie von dem Erworbenen so lange es dauerte. Da handelte der Mann wieder eine Menge neues Geschirr ein. Sie setzte sich damit an eine Ecke des Marktes, und stellte es um sich her, und hielt feil.

    Da kam plötzlich ein trunkener Husar daher gejagt, und ritt gerade zu in die Töpfe hinein, dass alles in tausend Scherben zersprang. Sie fing an zu weinen und wußte vor Angst nicht was sie anfangen sollte.



    "Ach, wie wird mir es ergehen!"


    rief sie,



    "was wird mein Mann dazu sagen!"


    Sie lief heim, und erzählte ihm das Unglück.



    "Wer setzt sich auch an die Ecke des Marktes mit irdenem Geschirr!"


    sprach der Mann,



    "Lass nur das Weinen. Ich sehe wohl, dass du zu keiner ordentlichen Arbeit zu gebrauchen bist. Da bin ich in unseres Königs Schloß gewesen und habe gefragt ob sie nicht eine Küchenmagd brauchen könnten. Sie haben mir versprochen, sie wollten dich dazu nehmen. Dafür bekommst du freies Essen."


    Nun ward die Königstochter eine Küchenmagd, mußte dem Koch zur Hand gehen und die sauerste Arbeit tun. Sie machte sich in beiden Taschen ein Töpfchen fest, darin brachte sie nach Haus, was ihr von dem übrig gebliebenen zu Teil ward, und davon nährten sie sich.

    Finsternis vor dem Morgen
    Eines Tages trug es sich zu, dass die Hochzeit des ältesten Königssohnes gefeiert werden sollte. Da ging die arme Frau hinauf, stellte sich vor die Saaltüre und wollte zusehen.

    Als nun die Lichter angezündet waren und immer einer schöner als der andere herein trat und alles voll Pracht und Herrlichkeit war, da dachte sie mit betrübtem Herzen an ihr Schicksal, und verwünschte ihren Stolz und Übermut, der sie erniedrigt und in so große Armut gestürzt hatte.

    Auf einmal trat der Königssohn herein. Er war in Sammt und Seide gekleidet und hatte schwere goldene Ketten um den Hals. Als er die schöne Frau in der Türe stehen sah, ergriff er ihre Hand und wollte mit ihr tanzen, aber sie weigerte sich und erschrak. Sie hatte gesehen, dass es der gute König Drosselbart war, der um sie gefreit und den sie mit Spott abgewiesen hatte.

    Aber ihr Sträuben half nichts und er zog sie in den Saal. Da zerriß das Band, an welchem die Taschen hingen und die Töpfe fielen heraus, dass die Suppe floß und die Brocken umher sprangen. Als die Leute das sahen, lachten alle. Das Mädchen war so beschämt, dass sie sich tausend Meter unter die Erde wünschte.

    Der gute König Drosselbart
    Sie sprang zur Türe hinaus und wollte hinfort, aber auf der Treppe holte sie ein Mann ein und brachte sie zurück. Als sie ihn ansah, war es wieder König Drosselbart und er sprach ihr freundlich zu:



    "Fürchte dich nicht! Ich und der Spielmann, der mit dir in dem elenden Häuschen gewohnt hat, sind eins. Dir zu Liebe habe ich mich so verstellt. Auch der Husar, der dir die Töpfe entzwei geritten hat, bin ich auch gewesen. Das alles ist geschehen, um deinen stolzen Sinn zu beugen und dich für deinen Hochmut zu strafen, womit du mich verspottet hast."


    Da weinte sie bitterlich und sagte:



    "Ich habe großes Unrecht getan und bin es nicht wert, deine Frau zu sein."


    Er aber sprach:



    "Tröste dich, die bösen Tage sind vorbei. Jetzt wollen wir unsere Hochzeit feiern."


    Da kamen die Kammerfrauen und taten ihr die prächtigsten Kleider an. Ihr Vater kam und der ganze Hof, und wünschten ihr Glück zu ihrer Vermählung mit dem König Drosselbart und die rechte Freude fing jetzt erst an. Ich wollte, du und ich, wir wären auch dabei gewesen.
     

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